Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. - Regionalgruppe Freiburg
Tipps / Hinweise
www.dpv-freiburg.de
1. Gesprächskreis für pflegende Angehörige von Parkinsonkranken

2. Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT) in der Logopädie
Fast 90 % der Parkinson-Erkrankten haben Probleme beim Sprechen durch leise und heisere Stimme, unklare Aussprache und monotone Sprechweise. Dies führt zur Beeinträchtigung der Lebensqualität. Als spezifische Möglichkeit zur Verbesserung des Sprechens bei Morbus Parkinson hat sich die Sprechtherapie nach dem Lee-Silverman-Voice-Treatment (LSVT, Lee-Silverman-Stimm-Training, siehe www.lsvt.org) erwiesen.
Wir haben für Sie eine Liste der Logopäden mit LSVT-Aus- oder Weiterbildung im Bereich der Regionalgruppe Freiburg zusammengestellt. Wenn Sie sich informieren wollen, klicken Sie hier (PDF-Dokument, 0,1 MB)!
3. BIG-Physiotherapie für Parkinson-Erkrankte
Bei der Parkinsonkrankheit stellt die Krankengymnastik neben Logopädie und Ergotherapie eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Therapie dar. Das auf die Verbesserung der Bewegungsstörung ausgerichtete Behandlungskonzept von "LSVT/BIG" leitet sich vom Lee Silverman Voice Treatment/LOUD ab. Schwerpunkt bei der BIG-Therapie ist das gezielte Üben von Bewegungen mit großer Amplitude zwecks Verbesserung von Geschwindigkeit und Bewegungsausmaß. Die BIG-Therapie wurde in verschiedenen Forschungsstudien in den USA und zuletzt seit 2008 auch in der Deutschland erfolgreich angewandt. Dabei konnten insbesondere bei Patienten in frühen Krankheitsstadien Erfolge nachgewiesen werden. Die BIG-Therapie umfasst schwerpunktmäßig das Üben großräumiger Bewegungen. Durch intensives Wiederholen dieser Übungen und kontinuierliche Rückmeldungen über die erzielten Ergebnisse werden ungenutzte Möglichkeiten des Übenden aktiviert und ausgebaut. Die BIG-Bewegungen werden auch für den Einsatz im Alltag geübt. Die Therapie erfolgt in der Praxis durch zertifizierte LSVT/BIG-Therapeuten, die die entsprechende Ausbildung entweder in den USA oder in Deutschland absolviert haben.
Wir haben für Sie eine Liste der Physiotherapeuten mit LSVT/BIG-Ausbildung im Betreuungsbereich der Regionalgruppe Freiburg zusammengestellt. Wenn Sie sich informieren wollen, klicken Sie hier (PDF-Dokument, 0,1 MB).
4. Rehabilitationssport für Parkinson-Erkrankte
Bei der Parkinsonkrankheit kommt dem gezielten Bewegungstraining große Bedeutung zu. Auf Grund des Sozialgesetzbuches IX und der "Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining" vom 1.10.2010 ist der Rehasport im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (bei privat Versicherten wird es analog bewilligt) als Anspruchsleistung für alle Behinderten und von Behinderung bedrohten sowie chronisch kranken Menschen festgehalten. Dies gilt ausdrücklich auch für Parkinsonpatienten als Schwererkrankte. Sie haben deshalb einen Anspruch auf Verordnung von 120 Übungseinheiten Rehasport in 36 Monaten. Diese Leistungen können neben der Einzelgymnastik (gemäß Heilmittelverordnung) in Anspruch genommen werden und werden separat abgerechnet, ohne das Verordnungsbudget des Arztes zu belasten
Nachdem im November 2009 ein neuer Rehasportverein Freiburg e.V. gegründet worden ist und eine Krankengymnastik-Fachkraft die notwendige Ausbildung zum Rehasport für neurolog. Erkrankungen (inkl. für Parkinsonerkrankte) beim Badischen Behinderten- und Rehasportverband (BBS) absolviert hat, wird der Rehasport seit November 2010 auch für Parkinson-Erkrankte für Stadt und Umland Freiburg angeboten. Zur Zeit findet er montags in zwei Gruppen von 16:00 bis 18:00 Uhr statt. Kontakt: Rehasportverein Freiburg e.V., Rempartstr. 11, 79098 Freiburg (Übungsleiterin: Caroline Schmelzle, Tel.: 0761-7073366; E-Mail: caroline.schmelzle@gmx.de). Die Verordnung durch den Arzt erfolgt mit dem Formular 56, das dann von den gesetzlichen Krankenkassen oder privaten Krankenversicherungen und entsprechenden Beihilfestellen genehmigt werden muss. Die Abrechnung geschieht über den Rehasportverein Freiburg e.V. Weitere Informationen und Hilfe können auch bei der dPV-Regionalgruppe eingeholt werden (siehe "Kontakt").
5. Reisen mit Parkinson

Folgende Punkte sollten ferner beachtet werden:
- Mögliche Zeitverschiebungen beim Einnahmeplan für die Medikation.
- Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Reiseland.
- Einplanung eines großzügigen Zeitablaufs, um Stresssituationen zu vermeiden.
- Reisen Sie am besten in Begleitung.
- Mitnahme ausreichender Menge der Parkinson-Medikamente inkl. Notfallration (d.h. am besten doppelte Menge mitnehmen).
- Mitnahme eines ärztlichen Attestes zum Medikamentenplan (möglichst in englischer Sprache).
- Bei Auslandsreisen: Liste der internationalen Arzneimittel-Bezeichnungen für Ihre Medikamente, da die deutschen Tabletten-Namen nicht international verwendet werden bzw. bekannt sind (siehe dazu die Broschüre "Mit James verreisen - Reiseratgeber für Parkinson-Patienten" vom dPV-Bundesverband).
- Mitnahme eines Parkinson-Passes oder einer detaillierten Bescheinigung über das Stadium Ihrer Parkinsonerkrankung - nach Möglichkeit mehrsprachig (Textangebot "Muster für mehrsprachige Reise-Bescheinigung bei Parkinson" - DOC, 0,1 MB).
- Falls Sie einen Schwerbehindertenausweis besitzen, ist es bei einer Reise nach Übersee
(z. B. USA) oder ins sonstige fremdsprachliche Ausland empfehlenswert, eine Übersetzung Ihres Behindertenausweises mitzunehmen (Übersetzungsvorschlag für Schwerbehindertenausweis (mehrsprachig), PDF-Dokument, 0,1 MB) da der deutsche Ausweis dort meist nicht gelesen werden kann.

6. Schwerbehindertenrecht
Nutzen Sie auf alle Fälle die Möglichkeiten, Leistungen nach dem Behindertenrecht in Anspruch zu nehmen, wie z.B. Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises mit Beiblatt für freie Fahrten im öffentlichen Verkehrsnetz inkl. der Deutschen Bahn, ggf. mit freier Begleitperson (siehe die Hinweise im Ratgeber 15 der deutschen Parkinson Vereinigung).
Hinweis: Der Grad der Behinderung wird nach erfolgter medikamentöser Therapie bewertet.